Die Brexit-Folgen & die Suche nach dem sicheren Hafen

Die Brexit-Folgen & die Suche nach dem vermeintlich sicheren Hafen
Kaum zeichnete sich das Ergebnis der Brexit-Abstimmung in Großbritannien ab, schon rauschten die Indizes und Währungen in den Keller. Die Märkte waren nicht wirklich auf die Austrittsentscheidung vorbereitet. Auch der DAX ging auf Talfahrt, die Anleger sind tief verunsichert.
Doch es spricht nach Ansicht von Experten viel dafür, dass die Märkte überreagieren. Für Großbritannien selbst und dort engagierte Investoren dürften zwar schwere Jahre anbrechen, doch der Rest Europas und der Welt könnte am Ende mit einer Wachstumsdelle davonkommen. Voraussetzung ist, dass die Angst vor einem Absturz der Weltwirtschaft nicht zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung wird – denn Wirtschaft ist ja bekanntlich zu einem guten Teil Psychologie. Viel hängt nun davon ab, ob der Brexit ein singuläres Ereignis bleibt oder sich politisch fortsetzt – ob also die Europäische Union reformiert und gestärkt wird oder nach und nach zerbricht.

Analysten waren sich sicher: Nach dem Referendum in Großbritannien würden die Finanzmärkte erst einmal zur Ruhe kommen. Analysten waren sich allerdings auch sicher, dass Großbritannien in der EU bleiben würde. Nun haben die Briten anders entschieden, und von Ruhe ist weit und breit nichts zu merken. Im Gegenteil: „Die Finanzmärkte werden mit längerer Unsicherheit leben müssen“, sagt Kasten Junius, Chefvolkswirt der Schweizer Bank J. Safra Sarasin. Marktbeobachter rechnen für die kommende Zeit mit kräftigen Marktschwankungen. Noch ist der Fahrplan für den Brexit unklar, auch seine langfristigen Folgen müssen sich erst zeigen. In den vergangenen Tagen bekamen Anleger schon mal einen Vorgeschmack darauf, welche Probleme in den kommenden Monaten drohen.

Für britische Fluggesellschaften haben sich die Aussichten bereits jetzt deutlich verschlechtert. Das Brexit-Votum und der Absturz des britischen Pfunds dürften vielen Briten im laufenden Jahr die Lust auf Flugreisen vergällen. Der britische Billigflieger Easyjet warnte deshalb jüngst vor einem Gewinnrückgang. In der Folge brach sein Aktienkurs um mehr als 30 Prozent ein.

Investmenthäuser warnen Anleger davor, Panikverkäufe zu tätigen. Sie weisen darauf hin, dass eventuelle weitere Kursstürze bei britischen Aktien Chancen für Schnäppchenjäger bieten. Manch einer setzt indes auf einen geordneten Rückzug. So hat Rob Smith, Manager des Fonds „German Growth Trust“ beim Fondsanbieter Barings, zuletzt Aktien von Unternehmen verkauft, die in Großbritannien aktiv sind. „Insgesamt wurde das Engagement des Fonds in der britischen Wirtschaft auf ein unerhebliches Maß reduziert“, sagt er.

Grundsätzlich sei der Brexit eine politische Krise, keine finanzielle, betont der französische Fondsanbieter Amundi. Die Lage sei nicht mit der Situation vor dem Ausbruch der Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 zu vergleichen. Dies ist unbedingt bezüglich einer Geldanlage derzeit zu beachten.

Das heißt indes nicht, dass Großbritanniens EU-Austritt keine Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätte. „Das globale Wachstum wird wahrscheinlich durch den Brexit beeinträchtigt“, heißt es von Amundi. Kaum verwunderlich also, dass Anleger vorsichtig sind.

Hohe Gold-Zuflüsse, Gold als vermeintlich sicherer Hafen der Brexit- Krise?

Der Goldpreis, der bereits seit Jahresbeginn kräftig gestiegen war, sprang am Tag nach dem Referendum in die Höhe und tendiert seitdem auf dem neuen, höheren Niveau seitwärts. „Seit dem Brexit-Referendum konnten wir Mittelzuflüsse in Höhe von 279 Mio. US-Dollar in unsere Gold-Produkte verbuchen“, berichtet Townsend Lansing, Produktspezialist beim britischen Indexfonds-Anbieter ETF Securities. „Seit Anfang des Jahres liegen wir somit bei Gold-Zuflüssen von insgesamt 2,3 Mrd. Dollar. Derartige Summen waren seit dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise 2012 nicht mehr zu beobachten.“

Goldpreisentwicklung in Dollar

Viele Anleger bemühen sich, ihre Portfolios für die kommenden Monate wetterfest zu machen und Risiken zu reduzieren. Neben Gold sind derzeit auch deutsche Staatsanleihen als sicherer Hafen gefragt. Ihre Kurse sind seit dem Brexit-Votum geklettert. Bei Staatsanleihen aus Südeuropa wiederum sind die Risikoaufschläge gestiegen. „Die Rentenmärkte werden ihre Aufmerksamkeit darauf richten, ob sich andere EU-Länder vom Brexit-Votum anstecken lassen“, sagt Kommer van Trigt, Portfoliomanager beim Fondsanbieter Robeco.

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